Die EncroChat-Daten (siehe Artikel unter Urteil der Woche) haben unter anderem in Hamburg zu zahlreichen Strafverfahren mit bisher über 200 Verurteilungen, teils zu langen Haftstrafen, ganz überwiegend wegen Drogenhandels, geführt. Dieser vermeintliche Erfolg der Strafverfolger hat aber nicht zu einer Abnahme der Kriminalität in der Hansestadt geführt, im Gegenteil. Seit über einem halben Jahr kommt es vermehrt zu Schießereien in der Stadt. Das Phänomen ist aus den USA seit längerem bekannt. Gelingt es den Strafverfolgern, höherrangige Mitglieder der Drogenbanden hinter Gitter zu bringen, entsteht fast immer ein Machtvakuum innerhalb dieser Banden. Der Kampf rivalisierender Gruppen darum, dieses Machtvakuum zu füllen und die Kontrolle über den Drogenhandel zu übernehmen wird dann fast immer mit Gewalt, häufig auch auf offener Straße ausgetragen. Dabei geraten auch immer wieder Unbeteiligte zwischen die Fronten. Der vermeintliche Erfolg bei der Bekämpfung des Drogenhandels führt also nicht zu mehr, sondern zu weniger Sicherheit