Mit dem Angriff auf Venezuela und der Entführung des dortigen Präsidenten und seiner Frau hat Trump das Völkerrecht faktisch beerdigt. Es gilt wieder das Recht des Stärkeren. Und Trump glaubt offensichtlich, daß das die USA sind und er geopolitisch tun und lassen kann, was er will. Putin dürfte es freuen, denn was die USA jetzt mit Venezuela machen, unterscheidet sich kaum von Putins Überfall auf die Ukraine. Vor allem aber dürfte sich China freuen, denn der Angriff der USA auf Venezuela ist geradezu eine Einladung an Xi, sich nun endlich Taiwan einzuverleiben. Zynischerweise ergibt das im Hinblick auf Trumps bisherige Politik Sinn, denn ein Angriff Chinas auf Taiwan und die Zerstörung der dortigen Chipfertigung bei einem solchen Angriff würde einen Neuaufbau dieser Fertigung in anderen Ländern, nach Trumps Logik natürlich bevorzugt in den USA erfordern. Daß die taiwanesische Chipfertigung kurzfristig nicht ersetzt werden kann und ihre Zerstörung die ganze Weltwirtschaft in eine tiefe Krise stürzen würde, sieht Trump entweder nicht, oder es ist ihm egal. Grönland und Kolumbien hat er nun auch wieder gedroht. Die nach dem zweiten Weltkrieg so mühsam aufgebaute und ohnehin seit jeher fragile regelbasierte Weltordnung ist jedenfalls Geschichte.