Deepfakes

Collien Fernandes ist nicht erst seit ein paar Tagen Opfer von Deepfakes im Internet, sondern schon seit Jahren. Aber erst jetzt, nachdem sie öffentlich gemacht hat, daß wohl ihr Ex dahinter steckt, erhält das Thema breite öffentliche Aufmerksamkeit und löst politischen Aktionismus aus. Straf- und zivilrechtliche Konsequenzen sollen den Tätern in Zukunft drohen. Übersehen wird dabei, daß es schon jetzt Paragraphen gibt, die es durchaus erlauben würden, wirksam gegen die Täter vorzugehen. Nur durchgesetzt werden sie nicht. Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte sind derzeit nicht einmal ansatzweise in der Lage, Frauen im Internet wirksam zu schützen. Schon der Schutz von Frauen vor Gewalt im realen Leben ist völlig unzureichend. Auch dort mangelt es nicht nur an entsprechenden gesetzlichen Regelungen, sondern vor allem an der wirksamen Durchsetzung der bereits existierenden Gesetze. Es ist leider nicht zu erwarten, daß es um die Durchsetzung neuer Gesetze gegen sexuelle Gewalt im Internet besser bestellt sein. Und es ist leider auch nicht zu erwarten, daß sich das in absehbarer Zeit ändert.

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