Noch einmal: Grenze
Die Grenzkontrollen 2022 und 2023 waren rechtswidrig, sagt der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Seitdem ist nichts passiert, was deren Fortsetzung rechtmäßig machen würde. Dennoch will Alexander Dobrindt unbeirrt an den Grenzkontrollen festhalten, also offen gegen das geltende Recht verstoßen, was für jemanden, der angeblich so sehr für die Rechtsdurchsetzung eintreten will, befremdlich ist. Dabei ist längst erwiesen, daß die Kontrollen völlig sinnlos sind, aber massiven politischen Schaden anrichten, vor allem die wichtigen Beziehungen zu Polen, aber auch zu anderen Nachbarländern erheblich belasten und auch wirtschaftlich große Schäden verursachen, da sie den Handel und die Freizügigkeit von Arbeitskräften behindern. Es paßt aber zur Union, die wie keine andere Partei die Aushöhlung des Rechtstaats in Deutschland betrieben hat und noch immer betreibt. Fast alle Einschränkungen der Grundrechte in Deutschland beruhen auf Initiativen der Unionsparteien. Die von Dobrindt angestrebte Einführung der Software von Peter Thiels Firma Palantir bei den Polizeibehörden, deren Einsatz in Hessen das Bundesverfassungsgericht bereits als weitgehend rechtswidrig beurteilt hat, ist eine weitere solche Maßnahme. Recht ist für die Union halt das, was sie dafür hält, nicht was wirklich gilt.