Einiges Aufsehen erregte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
(BAMF), weil es ein drei Monate altes Mädchen ohne seine Eltern in die
Türkei abschieben wollte. Ebenfalls in Hessen zeigte eine
Ausländerbehörde, daß es auch anders herum geht: Ein aus der Türkei
stammendes kurdisches Ehepaar wurde in die Türkei abgeschoben, diesmal
ohne seine drei Kinder, eines davon erst wenige Monate alt, das älteste
erst im Kindergartenalter. Etwa ein halbes Jahr vor der Abschiebung
hatte das Jungendamt den Eltern die Kinder vorläufig weggenommen, weil
diese völlig verwahrlost und die Eltern mit der Betreuung überfordert
seien. Angehört wurden die Eltern nicht in dem entsprechenden
Eilverfahren vor dem Familiengericht. Noch früher hatte das Jugendamt
bereits eine Unterstützung bei der Kinderbetreuung angeordnet.
Anscheinend gab es Konflikte zwischen den Eltern und den Behörden und
wohl auch erhebliche Verständigungsschwierigkeiten durch sprachliche und
kulturelle Barrieren.
Lange war die Familie wohl in einer Flüchtlingsunterkunft, zu fünft in
einem Zimmer untergebracht, Umstände, die sicher nicht gerade förderlich
für eine gute Kinderbetreuung sind. Die Kinder sind weiter in der Obhut
des Jugendamtes. Das Familiengericht soll erst im November über ihr
weiteres Schicksal entscheiden. Die Eltern wurden mit einem
Wiedereinreiseverbot belegt, werden ihre Kinder also absehbar nicht
wiedersehen. Die Union hat die härtere Migrationspolitik vor allem mit
Sicherheitsaspekten begründet. Was das oben beschriebene Vorgehen mit
Sicherheit zu tun haben soll, ist nicht erkennbar. Allenfalls kann so
der Haß auf Deutschland bei Migranten erst richtig geschürt werden.